Warum der TSV Böbingen für den VfR Aalen so wichtig ist …

Des Deutschen liebste Sportart ist und bleibt der Fußball. Dies ist auch auf der Ostalb nicht anders: In den 42 Städten und Gemeinden gibt es immerhin 97 Vereine. Bei durchschnittlich acht Teams pro Klub macht dies eine Kicker-Streitmacht mit annähernd 16.000 Tausend Aktiven, die von den Niederungen der Kreisliga C bis hinauf in die 2. Bundesliga dem runden Leder nachjagen.

Der VfR Aalen ist das Aushängeschild der Region

Das Aushängeschild der Ostalb ist der VfR Aalen, der seit gut vier Jahrzehnten stets mindestens in der vierthöchsten Liga vertreten war und derzeit seine zweite Serie in Folge in der 2. Bundesliga bestreitet. Zweitligist waren die Aalener bereits zu Beginn der 1950er Jahre, doch ihre Zeit in der 2. Liga Süd währte zu nur eine Saison. Danach hatte es 60 Jahre gedauert, bis es im Sommer 2012 wieder so weit war: Die Ostalb hatte wieder einen Zweitligisten. In der Zwischenzeit durften sich die Aalener zumindest rühmen, mit Dieter Hoeneß von 1973-75 einen späteren Nationalspieler in ihren Reihen gehabt zu haben.

96 + 1 = 2. Bundesliga

Ohne eine funktionierende Basis könnte der VfR Aalen dieses Niveau über so lange Zeit allerdings nicht aufrechterhalten. Denn der Bundesligist hat gerade einmal acht Teams (zwei Senioren- sowie sechs Jugendmannschaften) im Spielbetrieb, wobei schon die VfR-Jüngsten in der D-Jugend leistungsorientiert auf Bezirksebene Fußball spielen. Das Fundament jedes Talentes auf der Ostalb, das früher oder später in der TAalentschmiede des VfR landet, wird bei den anderen 96 Fußballklubs der Region gelegt. So lautet deren gemeinsame Erfolgsformel: 96 + 1 = 2. Bundesliga.

Die Wurzeln des VfR-Erfolges liegen beim TSV Böbingen & Co.

Eine dieser Wurzeln liegt beim TSV Böbingen. Dessen Senioren sind zwar „nur“ in der Kreisliga A aktiv, doch von den knapp 4.500 Einwohnern der Gemeinde sind immerhin 1.300 beim TSV-Mitglieder, darunter 500 Kinder und Jugendliche. Und genau darauf haben die TSV-Verantwortlichen ihren Fokus gelegt: Förderung des Nachwuchses auf hohem Niveau. So starten die A-Jugendlichen als SGM Juniorteam Rems in der Bezirksliga, womit die Böbingener in Kooperation mir vier weiteren Klubs in dieser Altersklasse gerade einmal zwei Klassen unter dem VfR Aalen Fußball spielen.

Juniorteams sind das Modell der Zukunft

Ein Modell, das es in der Ostalb inzwischen in allen Altersklassen mit wechselnden Beteiligten gibt, um gerade die kleineren Fußballvereine im Schatten des Bundesligisten nicht ausbluten zu lassen. Denn die Kluft zwischen dem Aushängeschild der Region und den übrigen Klubs ist groß. So ist die Nummer zwei des Ostalbkreises, der 1. FC Normannia Gmünd, in der Verbandsliga Württemberg angesiedelt – also in der 6. Klasse.

Anstrengungen und Strahlkraft zahlen sich für alle aus

Darüber hinaus hat es bislang auch die VfR-Reserve noch nicht geschafft, während die Amateure der anderen 35 Erst- und Zweitligisten in der Regel in der Regionalliga oder gar der 3. Bundesliga zu finden sind: Dies zeigt, welche Kraftanstrengungen auf der Ostalb nötig sind, um das erreichte Niveau zu halten. Allerdings profitieren alle Fußballvereine von den VfR-Anstrengungen: Der Kicker-Nachwuchs ist sich bewusst, ein Sprungbrett zum Fußballprofi direkt vor der Tür zu haben. Der Traum wird zwar nur für wenige real, doch die Zugkraft und Förderung des VfR Aalen sorgt für zahlreiche gut ausgebildete Spieler im Umfeld: So sind in der Landesliga vier Ostalb-Vereine vertreten, in der Bezirksliga stellen sie mit zwölf von 16 Vertretern gar das Gros der Teams – und stechen damit die angrenzenden Fußballkreise des Bezirks Kocher/Rems klar aus.